„Wir lassen uns nicht unterkriegen!“

Nach einem guten Training in Aarhus, unserem WM-Revier, ging es für uns direkt los nach Medemblik in Holland.Hier findet alljährlich die Delta Lloyd Regatta für alle olympischen und paralympischen Klassen statt.Direkt am ersten Tag ging es mit windigen Bedingungen los. Die Welle war kurz und steil, reviertypisch wurde uns gesagt…An der Kreuz hatten wir Schwierigkeiten, trotz der Welle richtig in Schwung zu kommen. Downwind war es dann die Aufgabe, nicht in die Wellen zu stechen. Mit einem Frühstart im ersten Rennen, sowie Platz 11 und 18 in dem Feld mit 45 Booten am Start begannen wir nicht glorreich, aber fürs Erste zufriedenstellend.Tag zwei bot zehn bis achtzehn Knoten drehenden Wind und flaches Wasser. Wir konnten Gelerntes anwenden und uns am Ende des Tages auf Gesamtrang 11 vorschieben. Besonders erfreulich war ein zweiter Platz an diesem Tag.Nass und stürmisch war es dann am Mittwoch. Nicht nur von oben wurden wir nass – zweimal gingen wir baden. Beide Male richteten wir das Boot im Nu auf und verloren so nur wenige Schiffe. Auf Platz zwölf liegend und nur sechs Punkte entfernt vom Medalrace starteten wir in Rennen elf. Top Ten an der Luvtonne angekommen, ging es auf den Downwind. Plötzlich ein Knacken, dann überschlug sich das Boot. Noch ein bisschen verdattert von unserem plötzlichen Abgang fanden wir einen gebrochenen Ruderpin vor. Die Schweißnaht hatte durch die starke Beschleunigung zu hohem seitlichen Druck vom Lee- Ruderblatt standhalten müssen und riss somit aus dem oberen Spiegelbeschlag. So erlitten wir abermals Materialbruch in einer Regatta und alle Chance auf den so nahen Einzug ins Medelrace verflogen plötzlich in der Brise von Medemblik. Leider leidet der Nacra 17 auch nach zwei Jahren im olympischen Zyklus noch immer an einer Vielzahl von „Kinderkrankheiten“. Nach und nach haben wir jetzt aber alles an Brüchen abgegrast und hoffen, diese in Zukunft vermeiden zu können.

Paul & Caro

Fotocredit: Sander van der Borch